Dokumentarfilm: Road to Lockdown - Demnächst auf Amazon Prime Video (108 min, 2020)

Drei Jungs nach dem Abitur. Drei Monate ans andere Ende der Welt. Ein guter Plan, normalerweise. Dass im Frühjahr 2020 alles anders ist, realisieren Paul, Fynn und Niels nur zögerlich. Ihr Strandurlaub verwandelt sich in einen Alptraum-Trip an dessen Ende die Quarantäne steht. Statt dem Wandern in wunderschönen Landschaften sitzen sie plötzlich ohne Perspektive im neuseeländischen Christchurch fest. Wo endet sie: diese 'Road to Lockdown'? Demnächst gibt es den Film auf Amazon Prime Video.

Reisetagebuch: Von Norden nach Süden - In Vietnam unterwegs (1)

von 'Jay' Steinert

Die Einreise nach Vietnam war unproblematisch, unser Gepäck allerdings blieb in Hongkong auf der Strecke, zunächst. Soll aber der Normalzustand sein, in den allermeisten Fällen wird das Gepäck innerhalb von 24 h beschafft und an einen Wuschort zugestellt. Dies war in unserem Fall dann auch so.
vietnam1 strassenszene2Mit dem Flughafenbus dann in die Altstadt. Per GPS-App auch sofort das Hotel gefunden, alles wunderbar. Erstmal zwei Stunden pennen. Die Stadt ist „in Schuss“. Kein Müll, fast keine Polizei, keine Bettler, dafür sehr viel Verkehr und schlechte Luft. Viel Bautätigkeit und geschäftige Menschen. Vom Sozialismus künden allenfalls ein paar wenige Spruchbanner, aber die gehen zwischen den Werbetafeln von Coca-Cola und Apple unter. Sogar Staatengründer Ho-Chi-Minh macht Werbung für eine vietnamesische Telefongesellschaft! Wenn er das wüsste, er würde sich wohl in seinem Mausoleum umdrehen!! Die vietnamesischen Kommunisten haben sich aus der sonst üblichen Öffentlichkeitsarbeit fast völlig zurückgezogen. Es gibt fast keinen Hinweis darauf das man sich in einem „Commi-Land“ befindet. Ein paar kleine Jungpioniere mit Halstüchern rasen hier zwar rum, aber das war es dann auch schon. USA-Sternenbanner und Mc Doof sind überall präsent. Wer hatte noch mal den Vietnamkrieg verloren?

vietnam1 strassenszene1Also am Ende waren das - nach meinem Gefühl - die Amis wohl eher nicht. Es ist eben die Jugend die sich ihren Lifestyle selber sucht und sich nicht von alten Männer vorschreiben lässt. Schon der uralte DDR-Chef Honecker wusste bei seinem Untergang ein Lied davon zu pfeifen. Dafür ist die Produktpiraterie in den meisten Geschäften an der Tagesordnung. Alle bekannten internationalen Marken sind hier raubkopiert für 'kleines Geld' zu haben. Die Jugend präsentiert wilde Frisuren, modische Kleidung und ein Smartphone ist stets zur Hand. Kein Unterschied zu ihren Kollegen im Rest der westlichen Welt. 

Zurück geblieben sind einige wenige alte Frontkämpfer, die ordengeschmückt am See sitzen und aufs Wasser schauen. Oder die Straßenhändlerinnen die mit den spitzen , kegelförmigen Reisstrohhüten, ihre am Fahrrad gebundenen Waren, feil bieten. Aber die werden in zehn bis 20 Jahren wohl auch verschwunden sein. Die „Moderne“ rollt über sie hinweg. Früher hatte man sicher einen klaren Himmel über Hanoi, fast ein jeder fuhr Fahrrad - heute ist der Himmel voller Smog, alle fahren Moped oder Auto. Das ist ein Nachteil vom Aufschwung durch Partizipation an der globalen Welt. Die öffentlichen Stadtbusse sind übrigens fast immer leer. Jetzt genießt man erstmal die neuen Freiheiten und steckt dafür im Individualverkehr fest.

Eine Stadtrundfahrt mit einem Doppeldeckerbus zeigt uns die wenigen Hot-Spots in Hanoi. Onkel Ho‘s Mausoleum, die Hauptpost, die Oper usw. Es gibt einen guten Überblick über das Zentrum der Millionenstadt. Aber viele Highlights gibt es nicht. Im Anschluss lenken wir unsere Schritte in das berüchtigte Hanoi-Hilton, auch unter dem Namen Hỏa-Lò-Gefängnis bekannt. Hier saßen, unter schwierigen Bedingungen , politische Gefangene erst unter der französischen Kolonialmacht ein und dann amerikanische Kriegsgefangene unter den vietnamesischen Kommunisten. Alles sehr anschaulich, aber eben auch schauerlich.

vietnam1 paradenplatzDas Preis-Leistungsverhältnis kann sich übrigens sehen lassen. Gute Hotels für rund 20-30 US-Dollar für 2-Bett-Zimmer (3 / 4 *) sind keine Seltenheit. Ein Saigon-Bier ist zw. 1-3 Euro zu haben, ein Mittagessen ist ab 2 Euro auf dem Tisch. Frühstück ist gut und meist im Zimmerpreis inbegriffen. Tee und Kaffee gut. Wenn man eine Weiterfahrt mit dem Bus plant sollte man das bei einem der vielen Travel-Agenturen buchen. Die Beratung ist erstklassig. Sie organisieren auch den Transfer-Shuttle (Abholung an der Unterkunft) zum Fernbus-Terminal und die Preise sind fix. Alles bestens organisiert und preislich auf Flixbus-Niveau. Große Strecken werden im Liegebus absolviert, weite Strecken im Schlafbus (mit WC).

Tags: Vietnam, Reisegebuch, Hanoi, Stadtrundfahrt, Mauseleum, Paradeplatz, Hỏa-Lò-Gefängnis, Kommunismus

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