Geschichte
vom Deutschen Meister, der keiner war
Fehlurteile
und Korruption gibt es im Sport in großem Umfang. Insofern
handelt es sich bei der hier zu berichtenden Manipulation, die bisher
in den Archiven vergessen schien, eher um eine Randnotiz. Dass der
Vorfall den Radsport betrifft sowie damals handelnde Personen, die
heute noch immer am Rad drehen, scheint allerdings eher szene-typisch
zu sein.
Eine Recherche von Ralf Meutgens
Es
war am 30. Juli 1973, bei den Deutschen Straßen-Meisterschaften
der Radamateure im pfälzischen Queidersbach. Kurz vor dem Ziel
lösen sich zwei Fahrer aus einer Ausreißer-Gruppe, Jürgen
Kraft aus Gießen und der Berliner Burckhard Bremer, der zum so
genannten Tigersprung ansetzt. Dabei werden Oberkörper und die
gestreckten Arme ruckartig nach vorne gestossen, um so als erster mit
dem Vorderrad über die Zielmarkierung zu schießen. Doch
Bremer hatte sich verschätzt. Da man bei dieser besonderen
Technik des Zieleinlaufs nicht mehr treten kann, darf sie nicht zu
früh angesetzt werden.