Schafft Hunderte Wikileaks!
Als ich am 7. Mai 1989 in einer Wohnung in der Görlitzer Strasse 63 in Berlin-Kreuzberg saß, hatte ich das Gefühl: hier bewegt Du wirklich etwas. Es war der Tag der letzten Kommunalwahl der DDR, mir gegenüber saß der zwölf Jahre ältere Roland Jahn. Im Zimmer glühten die Telefondrähte nach Ost-Berlin und Leipzig. Ständig kamen neue Zahlen herein. Zum ersten Mal gab es eine eigene Auszählung von Nein-Stimmen durch die DDR-Bürgerrechtsgruppen. Die Ergebnisse ließen aufhorchen und sie verbreiteten sich rasend schnell. Ständig riefen Korrespondenten von ARD und ZDF an, Agenturjournalisten wollten Neuigkeiten wissen. Es war die Zeit, als ein gezielter Anruf nach Leipzig einen an vorderer Stelle der Tagesschau katapultierte, Zahlen von vorläufigen Festnahmen medial die Runde machten. Ich war 23 Jahre und konnte das alles kaum fassen. Mein Ziel stand fest: ich wollte Journalist werden, mitmischen, verändern.
In den folgenden Jahren habe ich für alle politische Magazine von ARD und ZDF gearbeitet. Kennzeichen D, Kontraste, Monitor, FAKT, Frontal 21, Report-Mainz, Report-München, Panorama. Mein Resümee ist ernüchternd. In den Horten des investigativen Journalismus habe ich Feigheit gesehen, Denkverbote erfahren, Zensur miterlebt. Ob nun die dreimonatige Recherche zur Wirkungslosigkeit von Untersuchungsausschüssen vom einem Chefredakteur mit den Worten "das ist doch alles bekannt" abgewischt wurde oder das Wühlen in der Vergangenheit eines CDU-Ministerpräsidenten an dem zeitgleichen Sitzung eines Landtages (mit Entscheidung zur GEZ-Erhöhung) scheiterte - so macht Journalismus keinen Spaß.
In den folgenden Jahren habe ich für alle politische Magazine von ARD und ZDF gearbeitet. Kennzeichen D, Kontraste, Monitor, FAKT, Frontal 21, Report-Mainz, Report-München, Panorama. Mein Resümee ist ernüchternd. In den Horten des investigativen Journalismus habe ich Feigheit gesehen, Denkverbote erfahren, Zensur miterlebt. Ob nun die dreimonatige Recherche zur Wirkungslosigkeit von Untersuchungsausschüssen vom einem Chefredakteur mit den Worten "das ist doch alles bekannt" abgewischt wurde oder das Wühlen in der Vergangenheit eines CDU-Ministerpräsidenten an dem zeitgleichen Sitzung eines Landtages (mit Entscheidung zur GEZ-Erhöhung) scheiterte - so macht Journalismus keinen Spaß.
