Sperrlinie 3
Im aktuellen SPIEGEL erhebt Rainer Schaller, Veranstalter der Loveparade, schwere Vorwürfe gegenüber der Polizei. So seien die drei Ketten, die die Polizei am 24. Juni 2010 ab 15:55 Uhr am Eingang zum Veranstaltungsgelände gebildet hätte, "vermutlich die Ursache der Katastrophe" gewesen. Schaller: "Für uns stellt sich die Frage, warum die Polizei dies tat." Ohne diese Sperren, so Schaller gegenüber dem Nachrichtenmagazin, würden die "Menschen heute noch leben".
Bereits am 30.07.2010 hatte die 'Bild-Zeitung' Fotos veröffentlicht, die deutlich zeigen, wie es zur Menschenansammlung am Eingang des Gelände der Loveparade gekommen ist.
Nachdem die Polizei am Ausgang zwischen mehreren Metallgittern eine Kette gebildet hatte, kam es oberhalb der Rampe zu einer Traube von Loveparade- besuchern, die die Veranstaltung verlassen wollten.
Im Bereich des Platzes nach dem Tunnel war es da noch vergleichsweise leer. Als dann plötzlich Menschenmassen zum Eingang strömten, nach übereinstimmenden Zeugenaussagen sollen sie vor dem Tunnel sogenannte Schleusen überrannt haben, kam es zu dem verhängnisvollen Gedränge. Mehrere Leute hangelten sich an Lichtmasten auf das Veranstaltungs- gelände nach oben, Dutzende Menschen benutzten eine kleine Steintreppe.
Was dann genau geschah zeigt folgender Augenzeugenbericht sehr eindrücklich. Die Filmaufnahmen des Videoamateurs sind ein beklemmendes Dokument über das, was am 24.07.2010 zwischen 16:25 und 17:10 Uhr in Duisburg am Aufgang zum Gelände der Loveparade geschah.
Grafik: Innenministerium NRW, 28.07.2010
30.08.2010 -
Der Veranstalter der Loveparade 2010, die Firma lopavent, hat
umfangreiches Videomaterial zur Ansicht ins Internet gestellt. Kern der
Videos ist eine sechs Minuten lange grafisch aufbereitete Darstellung
der Ereignisse, kurz bevor an der Zugangsrampe auf das Gelände 21
Menschen sterben.
Webvideo: lopavent - der 'dokumentarfilm'
Die
Veranstalter bezeichnen die Vorgänge dort, selbst als Unglück; das
Video als Dokumentarfilm. Zu den Ereignissen im Vorfeld dieser
Veranstaltung verliert der Film kein Wort. Gleichzeitig haben die
Veranstalter einige Dokumente ins Internet gestellt, von denen
allerdings die Mehrzahl bekannt ist. Bei der Anhörung im Innenausschuß
des NRW-Landtages am Donnerstag, wo es um die Vorgänge des 24.07.2010 in
Duisburg gehen soll, will Loveparade-Veranstalter Rainer Schaller nicht
erscheinen.
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30.07.2010 - 08:52
Unterdessen hat die 'Bild-Zeitung' Fotos veröffentlicht, die
anschaulich zeigen, wie es zur Menschenansammlung gekommen ist.
Nachdem die Polizei am Ausgang zwischen mehreren Metallgittern eine
Kette gebildet hatte, kam es oberhalb der Rampe zu einer Traube von
Loveparadebesuchern, die die Veranstaltung verlassen wollten.
Im Bereich des Platzes nach dem Tunnel war es da noch vergleichsweise
leer. Als dann plötzlich Menschenmassen zum Eingang strömten, nach
übereinstimmenden Zeugenaussagen sollen sie vor dem Tunnel sogenannte
Schleusen überrannt haben, kam es zu dem verhängnisvollen Gedränge.
Mehrere Leute hangelten sich an Lichtmasten auf das Veranstaltungsgelände nach oben, Dutzende Menschen benutzten eine kleine Steintreppe.
Was dann genau geschah zeigt folgender Augenzeugenbericht sehr eindrücklich.
Die Filmaufnahmen des Videoamateurs sind ein beklemmendes Dokument über
das, was am 24.07.2010 zwischen 16:25 und 17:10 Uhr in Duisburg am
Aufgang zum Gelände der Loveparade geschah.
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29.07.2010 - 00:38
Die beiden Statements im Rahmen der Pressekonferenz des NRW-Innenministeriums
zu den Ereignissen am Rande der Loveparade waren sehr detailliert und
aufschlußreich. Im Kern machen die politisch Verantwortlichen die
Veranstalter für die Vorfälle verantwortlich.
Eine zentrale Frage jedoch bleibt:
warum hielt die Polizei den Zugang zur Veranstaltung oberhalb des
Tunnelausgangs in der Zeit von 16:01 bis 16:40 Uhr - also 39 Minuten -
geschlossen?! Zahlreiche Zeugen beschreiben diese 'Sperrlinie 3' als
eine Hauptursache für die Menschen- stauung am Ausgang des Tunnels.
Grafik: Innenministerium NRW, 28.07.2010
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Wer ist verantwortlich?
27.07.2010 - 10:27Drei Tage nach der Katastrophe von Duisburg verdichten sich Hinweise, daß das Verhalten eingesetzter Polizeibeamte, die Situation am Zugang zum Loveparadegelände in Duisburg am 24.07.2010 verschärft hat. So berichtete ein Augenzeuge im ARD-Politikmagazin Report folgendes:
Diese Schilderungen werden auch von einem zweiten Zeugen bestätigt, der sehr anschaulich in der FAZ den Verlauf des Dramas schildert - Warum nur diese Polizeikette? Es ist die bisher detaillierteste Darstellung der Zeit an dem Unglücksort.
Unterdessen hat auch der Veranstalter der Love-Parade, Rainer Schaller, Vorwürfe an die Polizei gerichtet. So hätte die Polizei Schleusen vor dem westlichen Zugang zum Gelände geöffnet. Deshalb sei es zu dem Massenstau am Ausgang zum Gelände gekommen. Von der Einsatzleitung der Polizei gab es bisher noch keinen Kommentar zu diesen Anschuldigungen.
Genehmigung erst Morgens unterzeichnet - unterdessen berichtet die Kölnische Rundschau, dass Duisburgs Oberbürgermeister Adolf Sauerland die Veranstaltung (trotz Bedenken von Feuerwehr und Polizei) erst am Samstag genehmigt hat. Bei der Loveparade waren am Samstag in Folge einer Panik 20 Menschen gestorben, mehr als 500 wurden verletzt.
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Chaos und Massenpanik
25.07.2010 -Bei der Loveparade in Duisburg ist es am Samstag Nachmittag am einzigen Eingangstor, einem massiven Steintunnel, zu einer Massenpanik gekommen. Dabei starben mindestens 19 Menschen, Hunderte wurden verletzt. Die Autobahn A 59, die am Festivalgelände, einem ehemaligen Güterbahnhof vorbeiführt, wurde für die Rettungskräfte gesperrt.
Nach Angaben der Veranstalter sollen sich 1,4 Millionen Menschen an der Loveparade beteiligt haben. Auf dem Gelände in Duisburg sei jedoch nur Platz für 500.000 Personen gewesen. Nach Bekanntwerden des Unglücks entschieden die Veranstalter, die Loveparade nicht abzubrechen. Dr. Motte, einer der Love-Parade-Gründer warf den Veranstaltern "reine Profitgier" vor. Es sei ein Skandal, die Besucher nur durch einen einzigen Zugang auf das Gelände gelassen zu haben.
