|
Seite 1 von 6
17.11.2005 - 13:15 Uhr - Das Berliner Landgericht hat den ehemaligen Schiedsrichter Robert hoyzer zu einer Haftstrafe verurteilt. Der 26jährige muß 2 Jahre und fünf Monate in den Knast. hoyzer
ist des banden- und gewerbsmäßigen Betruges für schuldig befunden
worden. Das Gericht ging mit seiner Entscheidung über die von der
Staatsanwaltschaft geforderte Bewährungsstrafe von 24 Monaten hinaus.
18.10.2005 - Vor der 12. Strafkammer des Berliner Landgerichtes
hat heute der Prozess im "Fall Hoyzer" begonnen. Angeklagt sind neben
dem ehemaligen Bundesligaschiedsrichter Robert Hoyzer die drei
kroatischen Brüder Ante, Filip und Milan Sapina, die das Cafe King
betreiben, auch der Referee Dominik Marks und der Spieler Steffen Karl.
Allen Angeklagten wird gewerbs- und bandenmäßiger Betrug vorgeworfen.
Die Anklageschrift umfasst 289 Seiten, 170 Zeugen sollen in dem auf
mehrere Monate terminierten Prozeß befragt werden. Robert Hoyzer hatte
gestanden, elf Partien manipuliert zu haben. Im Gegenzug soll er
Bargeld und Sachleistungen bekommen haben. Hoyzers Anwalt kündigte ein
umfassendes Geständnis an.
13.09.2005 - Das Hauptverfahren im Wett- und
Manipulationsskandal um Ex-Schiedsrichter Robert Hoyzer wird laut der
12.Strafkammer des Landgerichts Berlin am Dienstag, 18. Oktober, um 10
Uhr eröffnet. Die weiteren Termine im Saal 500 des Kriminalgerichts
Moabit sind bis zum Jahresende jeweils für dienstags und donnerstags
vorgesehen.
Der Prozess gegen die ehemaligen Referees Hoyzer und Dominik Marks
sowie gegen Spieler Steffen Karl und die Brüder Ante, Milan und Filip
S. wird wegen gewerbs- und bandenmäßigen Betrugs angestrengt. Den
angeklagten Ex-Schiedsrichtern und dem Fußballer wird von der
Staatsanwaltschaft vorgeworfen, "Fußballspiele beeinflusst, dies
versucht oder solche Manipulationen mit den angeklagten Brüdern S.
verabredet zu haben."
07.07.2005 - Der DFB-Kontrollausschuß hat im Wettbetrugsskandal
gegen folgende Spieler eine Vorsperre beantragt: Torsten Bittermann
(Dynamo Dresden), Seffen Karl, Markus Ahlf (Ex-Chemnitzer FC), Marco
Eckstein, Ronny Thielemann (Ex-Sachsen Leipzig) und Ronny Kujat
(Sachsen Leipzig) - Ronny Kimble - auf der Flucht vor seinen Häschern .
19.06.2005 - Mitten in den Confed-Cup platzt die Meldung: die
Anklageschrift gegen Robert Hoyzer ist fertig gestellt. Nach
Informationen der "Bild"-Zeitung soll sie am Montag beim Berliner
Landgericht eintreffen. Neben Hoyzer sollen auch die drei kroatischen
Brüder Ante, Filip und Milan S. angeklagt werden. Ihnen wird banden-
und erwerbsmäßigen Betrug vorgeworfen. Hoyzer, sein Schiedsrichter-
Kollege Dominik Marks und der Spieler Steffen Karl stehen im Verdacht,
Fußballspiele verschoben zu haben.
Wie das Nachrichtenmagazins 'Focus' am Wochenende berichtet, soll sich
der Verdacht gegen Schiedsrichter Marks verstärkt haben. So ließen, dem
Magazin zu Folge, Kontoauszüge, Telefonrechnungen und der Kaufbeleg für
ein Auto den Schluß zu, daß Marks in die Wettbetrugsaffaire verwickelt
sei. Dominik Marks verweigerte bisher gegenüber Ermittlern jede Aussage.
08.06.2005 - Nun hat auch der Kroate Milan S. sein Schweigen
gebrochen und der deutsche Wettbetrugsskandal bekommt endgültig eine
internationale Dimension. Gegenüber den Berliner Ermittlern soll Milan
S. gestanden haben, den Verlauf der Partie zwischen MKE Ankaragücü und
Galatasaray Istanbul (10. April 2004) in der türkischen Spitzenliga
beeinflußt haben zu wollen. So sei er eigens in die Türkei gereist, um
zwei Spieler von MKE Ankaragücü mit 15.000 Euro zu bestechen.
24.05.2005 - Erstmals hat der DFB eingeräumt, daß auch in der 1.
Bundesliga "geschoben" wurde. Darum will der grösste Fussballverband
der Welt nun gegen zwei hochrangige Mitarbeiter vorgehen. So sei gegen
den Bundesliga-Schiedsrichter Jürgen Jansen und den Ex-Fifa-Referee
Wieland Ziller beim DFB-Sportgericht Klage beim DFB-Sportgericht
eingereicht und ein Verbandsausschluss auf Lebenszeit beantragt worden.
"Beide seien an Wettabsprachen bezüglich des Bundesliga-Spiels 1. FC
Kaiserslautern gegen SC Freiburg am 27. November 2004 und des
Zweitbundesliga-Spiels Dynamo Dresden gegen SpVgg. Unterhaching am 21.
November 2004 beteiligt gewesen und hätten dafür Geld kassiert", heißt
es in einer DFB-Presseerklärung.
Auch "Chemie" Leipzigs Fussballgott Ronny Kujat steht im Verdacht von
Spielmanipulationen gewußt zu haben. Kujat bestätigte gegenüber der
'Leipziger Volkszeitung' ein Gespräch über eine Spielmanipulation. Er
ist neben den Leipzigern Marco Eckstein, Ronny Thielemann einer von
zehn Spielern, die von Ante S. bei seiner Aussage vor der Berliner
Staatsanwaltschaft belastet worden sein sollen.
Nach seinen Angabensei das Spiel von Sachsen Leipzig gegen Dynamo
Dresden (9. Mai 2004) manipuliert gewesen. Vier Spieltage vor
Saisonschluss brauchte Dresden gegen die schon fast abgestiegenen
Leipziger einen Sieg, um im Kampf um den Aufstieg in die 2.Bundesliga
mit Paderborn und Wuppertal mitzuhalten.
20.05.2005 - Nach dem Geständnis von Ante S. will der DFB nun
gegen den Schiedsrichter Dominik Marks vorgehen. Er soll versucht haben
zwei Spiele zu manipulieren. Ihm droht Verbandsausschluß auf
Lebenszeit, auch soll er kein Spiel mehr pfeifen dürfen. Rollentausch im Wettskandal - ein sehr lesenswerter Hintergrundartikel aus dem TAGESSPIEGEL.
19.05.2005 - Na, wer sagt es denn! Die Berliner Justiz ist eine
Quasselbude!! Nur weniger Stunden nach der Meldung: 'Ante S. packt
aus!' sind erste Details an der Öffentlichkeit gelangt. Sollten die
Informationen stimmen, dann wir es lustig für den DFB! Und das gut ein
Jahr vor der WM im eigenen Land!
Nach Informationen der Süddetschen Zeitung soll Ante S. auch Aussagen
über eine mögliche Manipulation in der 1. Bundesliga gemacht haben. So
seien anläßlich des Bundesliga-Spiels 1. FC Kaiserslautern - SC
Freiburg (3:0) am 27. November 2004 rund 25 000 Euro an den Dresdener
Schiedsrichter-Funktionär und ehemalige FIFA-Referee Wieland Ziller
gezahlt worden. Darüber hinaus hat der Kroate Ante S. - nach Angaben
des Berliner "Tagesspiegels" - die Schiedsrichter Dominik Marks, Felix
Zwayer, Jürgen Jansen und Torsten Koop belastet. Mit ihnen seien
"bestimmte Absprachen" getroffen worden.
Nach knapp vier Monaten in der Berliner Untersuchungshaft hat Ante S.
nun umfassend ausgesagt. Nach den ersten Erkenntnissen bestätigt er die
Kernaussagen von Robert Hoyzer, dessen Geständnis den
Wettbetrugsskandal losgetreten hat. Das Geständnis von Ante S. umfasst
40 Seiten. Die Staatsanwaltschaft will seine Angaben nun in den
nächsten Tagen prüfen.
Bereits vor einigen Tagen wurde bekannt, daß die Berliner Justiz am
02.02.2005 fünf Hausdurchsuchungen bei Beschuldigten im
Wettbetrugsskandal zu Unrecht vornehmen ließ. Nach einem Urteilsspruch
des Berliner Landgericht, hätte gegen die Fussballprofis Volker Oppitz,
Torsten Bittermann, Thomas Neubert und Ignjac Kresic (Dynamo Dresden)
sowie Laurentiu Reghecampf (Alemannia Aachen, früher Energie Cottbus)
keinerlei Tatverdacht vorgelegen. Die Durchsuchungen seien lediglich
aufgrund von vagen Hinweisen des ehemaligen Schiedsrichters Robert
Hoyzer vorgenommen worden und damit rechtswidrig.
24.04.2005 - "Wenn man aber die Augen verschließt und in dem
treuen Glauben, bei uns könne so etwas nicht vorkommen, diese Hinweise
zurückweist, muß man sich nunmehr auch Versäumnisse vorwerfen lassen."
Auszüge aus dem Antrag von Rolf Rombach, Aufsichtsratschef von Rot-Weiß
Erfurt, für den DFB-Bundestag am kommenden Donnerstag aus dem die "Welt
am Sonntag" zitiert. Unterstützt von den Vereinen Essen, Ahlen und
Karlsruhe will Rombach erreichen, daß der Abstieg in dieser Saison
ausgesetzt wird - 2005/2006 würden dann insgesamt 22 Vereine in der
Zweiten Liga spielen.
Der Antrag kommt nicht von ungefähr. So hat das DFB-Sportgericht bisher zwar festgestellt, daß
drei Spiele manipuliert worden wären, aber nur die Partie LR Ahlen –
Wacker Burghausen wird wiederholt. Um weitere Spiele gibt es begründete
Verdachtsmomente. Jetzt will der DFB gar beschliessen, daß ab einen
bestimmten Termin an keine Einsprüche mehr zulässig seien. Was aber
passiert, wenn im Zuge der staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen neue
Hinweise zu manipulierten Spielen auftauchen? Eine klare
Benachteiligung für die betroffenen Vereine.
Die "Ruhe im Karton"-Taktik des DFB wird nicht aufgehen. Schon drohen
dem Deutschen Fussball Bund Schadensersatzforderungen in Millionenhöhe.
Die Spielvereinigung Greuther Fürth spricht gar vom Ausfall einer
zweistelligen Millionensumme, sollten ein Aufstieg an den verlorenen
Punkten der Partie gegen den MSV Duisburg scheitern. Das wird eine
spannende Woche für den DFB.
<< Anfang < Vorherige 1 2 3 4 5 6 Nächste > Ende >> |