ARD-Presseclub: 'Haben wir das Virus wirklich im Griff?"

Sechs Monate Corona. Eine Bestandsaufnahme. Vor dem Hintergrund, dass die Nacht in der Berliner Hasenheide 5.000 bei einem illegalen Rave feierten, Tests für heimkehrende Urlauber aus dem Ausland eingeführt werden. Und in den USA, Brasilien und Indien die Lage längst außer Kontrolle ist. Wann kommt die 'Zweite Welle'? Welche Unternehmen überleben die Krise überhaupt? Unaufgeregte ARD-Runde, die man sich ruhig reinziehen kann.

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Trotz Corona: Wenn die Freibäder wieder öffnen ....

Mit etwas Verspätung ist sie Mitte Juni losgegangen - die Freibadsaison 2020. Eine ganz Besondere. Während man früher gen Himmel schaute, seine Schwimmsachen einpackte und ins Freibad ging, geht dass heute so einfach nicht mehr. Denn in Corona-Zeiten kommt man ohne ein vorher - online - gebuchtes Ticket nicht rein. Dass geht entweder über die Online-Portale der jeweiligen Bäderbetriebe oder über die Ticketportale der einzelnen Schwimmbäder. Bei manchen muss man sich generell anmelden, bei anderen wiederum seine Daten (Name, Geburtsdatum, Wohnanschrift, Handynummer und E-Mail-Adresse) immer wieder neu angeben. Was mit den Daten geschieht - wie sicher sie wirklich verwahrt werden - erschliesst sich dem Nutzer nicht.
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Hat man das Ticket online bezahlt, sollte man es ausdrucken oder irgendwie auf dem Handy speichern. Und bitte: den Personalausweis nicht vergessen, bevor man ins Bad geht. Am Einlass dann noch den Mundschutz aufsetzen, Ticket scannen lassen und 'schon' ist man im Bad. In den offenen Freibädern ist gerade - auch bei bestem Wetter - viel Platz auf den Liegewiesen. Weil in der Regel nur eine bestimmte Anzahl von Besuchern pro Tag oder Slot (hier wir häufig zwischen Vor- und Nachmittags unterschieden) möglich ist.

In den Schwimmbecken sind ein paar Bahnen gezogen. Auch hier gilt die Abstandsregel. Und: Schwimmen im Kreis. Dürfte für erfahrene Hallenbadnutzer allerdings nix Neues sein. Beim Überholen empfiehlt es sich, mal zu der anderen Seite zu atmen. Schwierig wird es erst danach. Manche Freibäder haben ihre Umkleidekabinen geschlossen. Muss man dann - ganz Old school - irgendwie mit einem großen Handtuch erledigen. Und ja, am Ausgang wird das Ticket erneut gescannt. Mit Mundschutz natürlich.  Klingt alles etwas kompliziert. Aber immerhin ist so der Sommer nicht ganz verdorben.

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Corona-Proteste: Erneut Zehntausende auf den Strassen

16.06.2020
Mehr als 5.000 in Stuttgart, 3.000 in München, in Berlin waren 1.000 auf den Beinen. Die Proteste für die Grundrechte und gegen die Maßnahmen der Behörden in der Corona-Krise dauern an. In Düsseldorf trafen sich am Nachmittag rund 800 Menschen auf dem Burgplatz. Ich habe ja schon einiges gesehen, aber so ein Spektrum noch nicht. Da halten Eltern, die sich um den Schulunterricht ihrer Kinder Sorgen machen eine angemeldete Kundgebung ab. Am Rande stehen Impfgegner mit ihren Schildern. Dazwischen laufen Menschen, die ein Grundgesetz in den Händen halten. Andere verteilen die Zeitung des 'Demokratischen Widerstandes'. Mehr als Hundert Hooligans aus den Fanszenen von Düsseldorf, Essen, Dortmund und Mönchengladbach stehen daneben. Wenig später wird die 'Bruderschaft Düsseldorf' bei der Polizei eine Kundgebung anmelden. Beobachtet werden sie rund 50 Polizisten und einem Dutzend vermummter Schwarzgekleideter aus dem linksautonomen Spektrum. Währenddessen die Kneipenmeile in der Innenstadt gut besucht ist, die Biergärten wieder Umsatz machen. Dies war vor fünf Tagen noch optisch ziemlich anders. Ein paar Eindrücke von einer Spontandemo am Montag gibt es im folgenden Video.

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Blog: Die Corona-Krise - Grundgesetz-Proteste weiten sich aus

von Fred Kowasch

27.04.2020
Erst Masken nach China verschenkt (Mitte Februar), jetzt neue wieder hergeholt. Weiss die deutsche Politik eigentlich noch was sie tut? Erst machen Masken bei der Bekämpfung des Coronavirus keinen Sinn, dann gilt - ab heute - in Bussen, Bahnen und beim Einkaufen Maskenpflicht. Wie es auf einem umgewidmeten Ferienflieger zugeht, zeit diese Fotostrecke eines Maskenfluges ....
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Auf dem Weg nach Deutschland - Photo All Rights Reserved

26.04.2020

Leipzig, Stuttgart, München, Düsseldorf, Berlin - die Grundgesetz-Proteste am Samstag quer durch die Republik lassen aufhorchen. Und: sie werden immer grösser. Vor allem in Berlin. Dort hatten sich rund um den Rosa-Luxenburg-Platz über 1.000 Menschen versammelt. Eine breite Mischung an Personen, manche sicher schräg, manche links, manche rechts. Ein Sammelsurium an Widerstand, dass vor allem ein paar 'Haltungs'-Publizisten von taz, telepolis und Tagesspiegel überhaupt nicht gefällt. Sei es drum. Nächsten Freitag (und Samstag) geht es weiter. Ausnahmeverordnung und vorläufigen Festnahmen (die Polizei sprach gestern von 105 'Identitätsfeststellungen) hin oder her. 



Was gerade in Bezug auf die Versammlungsfreiheit geschieht, widerspricht jedem Rechtsstaat, jeder demokratischen Teilhabe. Auch in Corona-Zeiten muss Protest möglich sein. Wieso man dafür vorher, wie am vergangenen Montag in Leipzig von den Behörden gefordert, seine Personalien (plus Wohnadresse) an- und abgeben soll, ist nicht zu begreifen. 50 Leute trafen sich trotzdem auf dem Markt. Protestierten - mit gebürenden Abstand - für die Grundrechte.

Und am 1. Mai? Die Gewerkschaften haben ihre Veranstaltungen abgesagt. In Leipzig, Berlin, Hamburg, Hannover und Wuppertal kündigt die autonome Szene für den Nachmittag und frühen Abend derweil dezentrale Aktionen an. Es ist sicherlich nicht ohne Spannung, zu sehen was passiert. Am Montag jedenfalls wollen Berliner Autonome ihre Pläne vorstellen.

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Grundgesetz-Proteste: Bundesweit mehr als 50.000 Menschen auf der Strasse

09.05.2020
Wenn man so brutal gegen friedliche Demonstranten austeilt - wie die Berliner Polizei Anfang Mai gegen Menschen am Rande der Proteste gegen Grundrechtseinschränkungen - dann kann es sein, dass man irgendwann auch einmal 'einstecken' muss. Passiert, am letzten Samstag auf dem Berliner Alexanderplatz. Und nein, es waren keine Autonomen, die da die Cops vor sich hertrieben. Es war ein Mob aus rechten Hooligans, wütenden Bürgern und Migranten. Eine ähnliche Aktion gab es auch in Nürnberg. Interessante Allianzen, die sich da gerade im Land bilden. Und ja, auch im Westen der Republik gehen gerade Zehntausende gegen die von den Behörden verfügten Corona-Maßnahmen auf die Strasse. 10.000 in Stuttgart, 3.000 in München, 2.000 in Nürnberg, 2.000 in Berlin, 700 in Frankfurt/Main, 500 in Leipzig .... Teils spontan und ohne behördliche Genehmigung. Es scheint, als haben die Staatsorgane gerade wenig unter Kontrolle. Und: die Proteste werden weitergehen. Allein am Montag in über 60 Städten der Republik.

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Schwarze Wettkampf-Saison für die Breitensportler - Das Corona-Sport-Blog

18.05.2020
Eine Wettkampfsaison zum Vergessen. Bei den Jedermannrennen im Radsport sind für 2020 alle Veranstaltungen abgesagt. Als letzter sagten die Veranstalter den Münsterland-Giro ab. Geplant war das Rennen für den 3. Oktober. Auch im Triathlon: Absage reiht sich an Absage. Den legendären Ironman auf Hawaii soll es dann im nächsten Jahr dann gleich zweimal geben. Einmal im Februar und einmal auf dem traditionellen Platz Anfang Oktober. Was für ein Blödsinn.

Und auch in den beliebten Jedermannrennen ziehen immer mehr Veranstalter die finanzielle Notbremse. Weil bei ihnen die Vorbereitungskosten auflaufen. Sie keine Sicherheit haben, ob sie ihre Veranstaltung durchführen können. So erging es diese Woche dem Triathlon in Borken. Andere Veranstaltungen - wie in Hamburg und Ratingen - hoffen nun auf Anfang/Mitte September. Da ist es in der Regel immer noch ordentlich warm. Und die behördliche Beschränkung auf 1.000 Teilnehmer ist bei Großveranstaltungen nur bis zum 31. August befristet. Könnte theoretisch klappen.

triathlon borken 2017
Verhaltene Freude indes bei den Fans von Freibädern. Einige von ihnen - zumindest in NRW - sollen Mitte Juni aufmachen. Mit Einlassungsbeschränkungen und verschiedenen anderen Vorsichtsmaßnahmen. Immerhin: im Wasser kann man sich kaum anstecken. Endlich wieder schwimmen. Wir werden die Bäder zum Start für euch 'entern' und über die ersten Stunden dort berichten ....

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Flug gecancelt, Ausgangssperre verhängt - Rückholaktion AKTUELL

08.04.2020 (update)
LH 355 von Christchurch in Neuseeland über Bangkok in Thailand mit Ziel Frankfurt/Main in Deutschland. Zwei zwölf Stunden Flüge hintereinander. Beim Zwischenstopp in der thailändischen Hauptstadt heisst es im Flugzeug bleiben, Beine vertreten. Eine Reise, die auch schon mal 36 Stunden dauern kann und am übernächsten Tag kurz vor Sonnenaufgang irgendwo in Deutschland endet.


Bereits um 5 Uhr Morgens (Ortszeit) warten sie - die ersten Passagiere vor dem da noch geschlossenen Gebäude des Flughafens in Christchurch. Dann heißt es am Schalter anstehen und wieder warten. Kurz vor zehn geht es dann mit einer Boing in Richtung Westen los. In Bangkok wechselt die Flugzeugcrew, die sich in den nächsten Tagen im Dauereinsatz befindet. In Frankfurt am Main dann: Wiedersehen mit den Angehörigen. Eltern zumeist. Manche haben ein extra Auto für die weitgereisten Schützlinge mitgebracht. Denn kurz vor zwei Uhr am Morgen geht dort kein Zug mehr. Weiterreise irgendwie, für manche irgendwann. Anschließend noch eine 14tägige Quarantäne. Insgesamt sassen mehr als 10.000 Deutsche am 'anderen Ende der Welt fest. So viel wie in sonst keinem anderen Land außerhalb von Europa.

Mehrere Tausend verharrten auch noch in Peru. Dort war vor allem die Situation in der Inka-Stadt Cusco dramatisch. So berichteten Rucksackreisende von teils beängstigenden Szenen aus einem Hostel der Stadt. Sie konnten ihre Unterkunft nicht verlassen, draußen drohten die Behörden mit Waffengewalt. Eingeschlossen in zwölf Bett-Zimmern, nächtelang. Mittlerweile sind gut 2000 Touristen wieder in Deutschland, die Rückholaktion des Auswärtigen Amtes (AA) dauert noch an. In vielen Ländern ist sie jedoch bereits abgeschlossen. So von Sri Lanka, Kambodscha und Indonesien aus. 
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Reisen im Zeitalter der Coronakrise ist so gut wie unmöglich geworden. Nur noch wenige Airlines bieten überhaupt noch reguläre Fluge an. Gut 200.000 Deutsche wurde bisher in einer Art Rückholaktion im Auftrag des Auswärtigen Amtes (AA) zum Teil mit Charterfliegern zurückgeholt. Außerdem hat das AA eine weltweite Reisewarnung bis Ende April ausgesprochen. Viele der deutschen Botschaften im Ausland haben inzwischen geschlossen.

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03.04.2020

Kambodscha ist 'erledigt'. "Zusätzliche Flüge zu einem späteren Zeitpunkt sind nicht vorgesehen." Dass lässt die deutsche Botschaft in Phnom Peng wissen. In Vietiane (Laos) gings gestern los, ein zweiter Flug ist in Planung. Und für heute Abend ist von Colombo (Sri Lanka) ein Direktflug mit Condor nach Frankfurt/Main geplant. Kostenpunkt: 119,99 Euro. Billiger gehts kaum noch. Natürlich gibs immer auch Leute, die noch meckern. Nach Hilfe rufen. Die irgendwo auf Fidschi im Hotel festsitzen, mit ihren kleinen Kindern aus Asien nicht weiterkommen, in der Türkei gestrandet sind. 

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02.04.2020

Nach Tagen des Wartens, des Stillstandes dann heute Nacht deutscher Zeit die frohe Kunde: es geht bald los! Zumindest von Neuseeland aus. Für Freitag ist von Aukland eine erste Maschine geplant, am nächsten Montag dann soll es von Christchurch aus losgehen. Auch in Peru tut sich etwas. Nachdem die dortigen Behörden tagelang keine Lande- und Starterlaubnis erteilten stehen für die nächsten Tage Flüge von Cusco und Lima in Aussicht.
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29.03.2020

Heute gehen die letzten Flüge von den Kanaren aus. Dann ist Ruhe. Auch in Kambodscha stehen Flugzeuge bereit. "Wir wünschen eine gute Reise!". Und: vom Flughafen in Managua (Nicaragua) sollen in den nächsten Tagen zwei Maschinen starten und Reisende nach Frankfurt/Main bringen. "Dann ist die Aktion abgeschlossen".

In Peru dagegen herrscht Chaos. Wie man auf der entsprechenden Seite des Auswärtigen Amtes lesen kann. Etliche sitzen in der Inka-Stadt Cusco fest. Bangen auf 3400 Meter über Null. Sie kommen von hier nicht weiter, weil sich die Behörden überfordert sind. Ähnliches im Norden des Landes. Irgendwo die Hoffnung: eines Tages wird es zurück nach Deutschland gehen. Wahrscheinlich mit Zwischenstopp in Santiago de Chile. Nicht genaues weiss man nicht ....

Chaos auch in Tokyo und Bangkok. Wo - theoretisch - noch Flüge zu buchen sind. Die allerdings so zuverlässig nicht starten. Und schon mal dass Doppelte vom Normalpreis kosten. Immerhin: von Bolivien aus lief alles glatt. "DANKE" an @HeikoMaas und @AA_SicherReisen. Interessante Einblicke wie die SPD auf einmal beim Bürger punkten kann.

Ärger dagegen in Australien. Weil hier keine Rückholaktion von den deutschen Behörden angeboten wird. Kein Vollkaskotrip für die Abiturienten auf Entdeckungsurlaub. Dafür ein Abenteuer, dass wohl keiner so schnell vergisst. In Neuseeland warten noch 12.000 Deutsche, schlagen sich derweil in Flughafennähe die Zeit 'tot'. Dabei war eigentlich alles schon geplant und angelaufen. Von Auckland hob jüngst eine Lufthansa-Maschine ab. Nur mussten währenddessen etliche unbedingt hektisch durchs Land 'crusen'. Bei Ausgangssperre sahen dass die neuseeländischen Behörden - verständlicherweise - nicht ganz so gern. Jetzt ist erst einmal Ruhe.

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25.03.2020 

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Die Geschichten von gestrandeten deutschen Reisenden sind abenteuerlich. Wirken bizarr. Da ist ein Pärchen (mit Oma) die sich von Kambodscha aus von Flughafen zu Flughafen hangeln. Über die Weiterreise entscheidet hier schon mal ein Los. Da ist der (entfernte) Verwandte, der mit einem letzten Flug gerade so noch aus Cuba rauskommt. Bevor der Inselstaat dicht macht. Die Ex-Bekannte, die auf Teneriffa fest hing. Die Freundin des Kumpels, die nach einem Madridbesuch nun zwei Wochen unter Quarantäne lebt. Der Neffe, der in Neuseeland mit den Kumpels nicht weiter kommt. Weil die Airline die Flüge gecancelt hat. Und die Behörden in Neuseeland eine Ausgangssperre von vier Wochen verhängt haben, die am Mittwoch Null Uhr Ortszeit in Kraft getreten ist.

Sie alle wollen nur noch zurück. Für manchen ist dabei der Bundesaußenminister zu einem fast magisch anmutenden Heilsbringer geworden. Denn in diesen Tagen ist das Auswärtige Amt am heftigen Rotieren. Zehntausende von Deutschen sind irgendwo unterwegs. Warten darauf, dass die Behörden ein Charterflugzeug schicken. Die haben schon mal angekündigt: irgendwann wird es kommen. Und: kostenlos ist das nicht. Für Neuseeland ist der erste Flieger für kommenden Freitag angekündigt. Das Flugticket soll dann im Rahmen eines Economiepreises berechnet werden.

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